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Archiologe: Offline
![]() ![]() Beitrag Datum: 13.02.2012 Uhrzeit: 12:42 ID: 46117 | Social Bookmarks: Da ich immer wieder über eine Selbstständigkieit nachdenke, habe ich im Internet nach Informationen gesucht. Fand einen interssanten Artikel in der Süddeutschen Zeitung und was soll ich Euch sagen, da steht was über unsere Samsarah! Zukunft der Arbeit - Raus aus den Zwängen, rein in die Selbständigkeit - Karriere - sueddeutsche.de Finde es echt toll, wie sie diesen Schritt angegangen ist. Das wäre auch mein Traum, ein kleines kreatives Büro aufzumachen, welches "gute Gestaltung" als Motto hat. Von Design bis Architektur. Wie findet Ihr ihren Schritt. Könnt Ihr Euch das auch für Euch vorstellen? Oder ist für Euch eine Festanstellung und die damit verbundene finanzielle Sicherheit wichtiger? Würde mich über Eure Meinungen freuen... |
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mika: Offline
Ort: Berlin ![]() ![]() ![]() ![]() Beitrag Datum: 13.02.2012 Uhrzeit: 16:45 ID: 46120 | Social Bookmarks: Hallo Archiologe, den Artikel kannte ich noch garnicht. Danke für's posten. Ich habe neulich erst mit Samy gesprochen. Es war für Sie die richtige Entscheidung, davon bin ich überzeugt. Es geht ihr jedenfalls besser, als den meisten Archiekten, die ich kenne, mich einbezogen. Das Gespräch mit Samy, hat in mir auch die Überlegungen aufgefrischt. Allerdings bin ich nur zu keiner Entscheidung gekommen, außer, dass ich das Projekt, an dem ich gerade arbeite, noch abschließen möchte. Die Frage ist, ob sich Samy's Weg einfach so nachmachen läßt. Samy ist nicht nur eine sehr attraktive, sondern auch eine sehr intelligente junge Frau, die in ihrer Art sehr überzeugend ist. Ich denke, das ist ein nicht zu unterschätzender Faktor. Sie hat das Glück etwas gefunden zu habe, in dem sie gut ist und was ihr Spaß macht, und mit dem Sie aufgrund ihrer Erfahrungen, schon aus Uni-Zeiten, jetzt Geld verdienen kann. Und obwohl sie diese Voraussetzungen hat, war es trotzdem nicht einfach für sie, das Geschäft ins Rollen zu bringen, so mein Eindruck. Grundsätzlich denke ich, dass die Grundlage für das Durchhalten bis der Laden läuft, der Spaß an der Sache ist. Man muss etwas finden, was man wirklich gerne macht und beherrscht, gleichzeitig muss es aber auch einen Bedarf dafür geben. Und gerade das ist wohl, das was, zumindest mir, schwer abzuschätzen fällt. |
Social Bookmarks: Ich glaube, dass wirklich Schwierige an unserem Beruf und ähnlich kreativen Jobs ist die Verbindung von Ideen/Kreativität/Identität/Anspruch einerseits und Organisation/Wirtschaftlichkeit/finanziellem Auskommen andererseits. Diesen Konflikt haben viele Handwerker, Steuerberater, Versicherungsvertreter, Autohändler, Rechtsanwälte etc. nicht, wenn sie sich überlegen sich selbständig machen. Dafür ist der finanzielle Einsatz oftmals höher als bei Architekten etc. Wir können uns mit einem recht übersichtlichen Budget selbständig machen. Wir (Architekten) erwarten in der Regel sehr viel von uns und dem was wir tun. Es muss vorzeigbar sein, etwas besonderes, herausragend, überzeugend, durchdacht. Dafür braucht man uns, sonst könnte man ja auch zum Fertighausanbieter gehen. Wir sind oft von Selbstzweifel geplagt, ob wir wirklich gut genug sind oder etwas gut genug gemacht haben. Das ist eigentlich Gift für die Selbständigkeit, den hier muss man oft die nackten Zahlen im Auge behalten, die Arbeitszeit und Monat für Monat ums wirtschaftliche Überleben kämpfen - zumindest am Anfang und wenn man sich nicht irgendwo in ein "gemachtes Nest" setzen kann. Aus meiner Sicht muss man zu vielen Kompromissen bereit sein, wenn man sich als Gestalter oder Kreativer selbständig macht. Man muss sich ein Stück weit davon verabschieden, dass man ständig die Welt verbessern kann und jedes neue Projekt ein Highlight wird. Man muss etwas mehr Kaufmann werden und etwas weniger Künstler, denn sonst ist man trotz fachlicher Qualitäten, genialer Ideen und hohem Arbeitseinsatz schnell am Ende. Das bedeutet nicht, dass man seine Ideale und Träume aufgehen soll. Aber ich möchte möglichst lange von meinem Beruf leben können....leben für meine Familie, meine Freunde, mich und auch meine Ideen. Das bedeutet ich muss zufrieden mit meiner Arbeit und meinem Einkommen sein....wobei ich sogar das Einkommen in letzter Konsequenz als wichiger ansehe. Denn ohne ordentlichen Verdienst muss ich meine Selbständigkeit aufgeben, evtl. die Branche wechseln und habe keine Chance mehr überhaupt Architektur, geschweige denn gute Architektur zu machen. Daher muss ich oft kaufmännisch denken und das mit meinen beruflichen Zielen möglichst gut vereinen. Das gelingt nicht immer, aber immer öfter. Genau das wird aber das Problem für viele Neueinsteiger sein, dass sie zuviel am Anfang wollen und von sich erwarten, weil sie es im Studium oder im letzten Büro so erlebt haben. Man sollte am Anfang nicht ganz so streng mit dem sein, was man tut und produziert, sondern erstmal überleben lernen und dann nach und nach die Chancen und eine verbesserte wirtschaftliche Basis nutzen um die Resultate stetig zu verbessern.... | |
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timtonnendach: Offline
![]() Beitrag Datum: 13.02.2012 Uhrzeit: 21:42 ID: 46122 | Social Bookmarks: Man kann mit Anfang 30 bei Kolhoff ein hohes 5-stelliges Gehalt verdienen? Also ab um die 60,000 Brutto? Ernsthaft? |
Social Bookmarks: Zitat:
Zitat:
So ein Zeitungsbericht ist jedenfalls eine gute Werbung in eigener Sache und unternehmerisch ein geschicker Schachzug. Chapeau! | |||
Registriert seit: 22.02.2005
Beiträge: 2.336
Kieler: Offline
Ort: Kiel
Hochschule/AG: Architekt ![]() ![]() ![]() ![]() Beitrag Datum: 14.02.2012 Uhrzeit: 13:29 ID: 46127 | Social Bookmarks: Unsere junge Kreative aus dem Zeitungsartikel hat, so man dem Bericht glauben schenken darf, aus einer relativ starken und erfolgreichen Position heraus einen bewussten Wandel initiiert. Auf keinen Fall ist es aber ein guter Schachzug wenn man unterbezahlt, unter- oder überfordert und frustriert sein Angestelltendasein aufgibt und sich im Selbständigendasein die Lösung aller Probleme erhofft, einige verschwinden und es kommen neue hinzu. Da man sich höchstwahrscheinlich am Anfang kein Sekretariat und noch nicht mal eine Putzfrau leisten kann, bleibt auch all diese Arbeit an einem selbst hängen. Zu denken, dass der Tag aus gestalterischen Geniestreichen besteht, ist eine Schimäre, stattdessen hat man tagelang nur Listen vor der Nase, die es auszufüllen gilt. Und was das Geld anbelangt, fängt die Selbstausbeutung nach der Existenzgründung erst richtig an. Sich vor Gericht sein Honorar zu erstreiten, ist zwar eine interessante Erfahrung, kostet aber trotzdem Zeit und Nerven, besonders wenn man vorher das Geld für die Honorarrechtschutzversicherung eingespart hat. Auch hat man häufg nicht mit der Katagorie Bauherr zu tun, die man sich erhofft, deren Interesse liegt oft diametral dem gegenüber, was man selbst im Fokus hat. Geld regiert hier meist die Welt, und dieses kosten raffinierte Details im Regelfall immer mehr als die kaschierende Leiste, die alles verdeckt. (auch die Anmutung) Es gibt natürlich auch viele tolle Bauherrn, aber ein Ausfall von zehn kann schon einen ganz schönen Schaden anrichten, notfalls auch emotional, wenn man sich noch alles zu Herzen nimmt. Ganz schlimm ist jedoch auch wenn das Geld bauseits zwar vorhanden, aber die Vorstellung von Gestaltung so unglaublich weit weg ist von allem was einem heilig ist, dann kann man (kostenfrei natürlich) diskutieren und visualisieren bis der Arzt kommt... In dieser Situation hört sich das "das würde ich niemals machen" aus Architektekturstudiumzeiten schon fast ein bisschen niedlich an. Man könnte da jetzt noch eine ganze Menge weiter dramatisieren, aber dies soll gar kein Selbstständigkeitsvermiesungsbeitrag sein, denn es muss ja auch sein Gutes haben, warrum sollte man es sonst machen. Ich möchte nur davor warnen aus der Not heraus im schlimmsten Fall ohne Projekt und Kontakte in die Selbständigkeit zu schlittern und die Heraus- forderungen, die es zu meistern gilt, zu unterschätzen. Es wird niemand durch die Tür kommen und Dich retten, da kannst Du lange warten. Der Weg bis es dann endlich läuft kann ganz schön lang sein, und in der Rückbetrachtung muss ich dann auch ehrlich sagen, dass wir manchmal ganz großes Glück gehabt haben. Wenn alles auf das Messers Schneide stand und innerlich schon die Abwicklung begann, dann ging es trotzdem irgendwie weiter, man kann sich sogar daran gewöhnen am 25. noch nicht zu wissen wie man die Rechnungen am 1. bezahlen soll, "schön" ist aber was anderes und ich denke auch nicht mit Wehmut an die Zeit zurück... |
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