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Hochschule/AG: Architekt ![]() ![]() ![]() ![]() Beitrag Datum: 14.02.2012 Uhrzeit: 13:29 ID: 46127 | Social Bookmarks: Unsere junge Kreative aus dem Zeitungsartikel hat, so man dem Bericht glauben schenken darf, aus einer relativ starken und erfolgreichen Position heraus einen bewussten Wandel initiiert. Auf keinen Fall ist es aber ein guter Schachzug wenn man unterbezahlt, unter- oder überfordert und frustriert sein Angestelltendasein aufgibt und sich im Selbständigendasein die Lösung aller Probleme erhofft, einige verschwinden und es kommen neue hinzu. Da man sich höchstwahrscheinlich am Anfang kein Sekretariat und noch nicht mal eine Putzfrau leisten kann, bleibt auch all diese Arbeit an einem selbst hängen. Zu denken, dass der Tag aus gestalterischen Geniestreichen besteht, ist eine Schimäre, stattdessen hat man tagelang nur Listen vor der Nase, die es auszufüllen gilt. Und was das Geld anbelangt, fängt die Selbstausbeutung nach der Existenzgründung erst richtig an. Sich vor Gericht sein Honorar zu erstreiten, ist zwar eine interessante Erfahrung, kostet aber trotzdem Zeit und Nerven, besonders wenn man vorher das Geld für die Honorarrechtschutzversicherung eingespart hat. Auch hat man häufg nicht mit der Katagorie Bauherr zu tun, die man sich erhofft, deren Interesse liegt oft diametral dem gegenüber, was man selbst im Fokus hat. Geld regiert hier meist die Welt, und dieses kosten raffinierte Details im Regelfall immer mehr als die kaschierende Leiste, die alles verdeckt. (auch die Anmutung) Es gibt natürlich auch viele tolle Bauherrn, aber ein Ausfall von zehn kann schon einen ganz schönen Schaden anrichten, notfalls auch emotional, wenn man sich noch alles zu Herzen nimmt. Ganz schlimm ist jedoch auch wenn das Geld bauseits zwar vorhanden, aber die Vorstellung von Gestaltung so unglaublich weit weg ist von allem was einem heilig ist, dann kann man (kostenfrei natürlich) diskutieren und visualisieren bis der Arzt kommt... In dieser Situation hört sich das "das würde ich niemals machen" aus Architektekturstudiumzeiten schon fast ein bisschen niedlich an. Man könnte da jetzt noch eine ganze Menge weiter dramatisieren, aber dies soll gar kein Selbstständigkeitsvermiesungsbeitrag sein, denn es muss ja auch sein Gutes haben, warrum sollte man es sonst machen. Ich möchte nur davor warnen aus der Not heraus im schlimmsten Fall ohne Projekt und Kontakte in die Selbständigkeit zu schlittern und die Heraus- forderungen, die es zu meistern gilt, zu unterschätzen. Es wird niemand durch die Tür kommen und Dich retten, da kannst Du lange warten. Der Weg bis es dann endlich läuft kann ganz schön lang sein, und in der Rückbetrachtung muss ich dann auch ehrlich sagen, dass wir manchmal ganz großes Glück gehabt haben. Wenn alles auf das Messers Schneide stand und innerlich schon die Abwicklung begann, dann ging es trotzdem irgendwie weiter, man kann sich sogar daran gewöhnen am 25. noch nicht zu wissen wie man die Rechnungen am 1. bezahlen soll, "schön" ist aber was anderes und ich denke auch nicht mit Wehmut an die Zeit zurück... |
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