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Hochschule/AG: Architekt ![]() ![]() ![]() ![]() Beitrag Datum: 10.03.2008 Uhrzeit: 21:44 ID: 27473 | Social Bookmarks: Ein heikles Thema, die Kehrseite des Umweltschutzes: Mikrobieller Befall. Früher als die Luft noch schön verschmutzt war (SO2-Schwefeldioxid, saurer Regen) kam das Problem viel seltener vor, denn Schwefeldioxid ist biozid. Es sind nicht nur Algen, sondern Pilze, Bakterien, Flechten und sogar Mose und Farne. Dieser erhöhte Biobefall ist der erste Grund ein anderer die zunehmende Dämmung. Die Temperatur an der Oberfläche ist nahezu gleich der Außentemperatur, die üblichen dünnen Kunstharzputze können keine Wärme speichern und kühlen sofort aus, gerade auf der Nordseite ist der Putz dauerfeucht, das hast Du ja schon richtig vermutet. Biozide sind abgesehen von der Zweifelhaftigkeit von Giften keine Dauerlösung, sie sind aufgrund der restriktiven Vorschriften wasserlöslich und waschen mit der Zeit aus, abgesehen davon sind die Mikroorganismen natürlich schlauer als wir und passen sich an, die Giftmischer müssen den Organismen immer eine Nasenlänge voraus sein. Eine andere Lösung sind mineralische Produkte, diese sind sehr alkalisch, leider aber auch nur ein Jahr oder zwei, dann hat sich der pH Wert angepasst und vorbei ist´s mit der Herrlichkeit. Zur Zeit tüddelt man mit PCM Putzen (Latentwärmespeicher) rum, man will sich die hohe Wärmespeicherfähigkeit zunutze machen, um die Verdunstung zu erhöhen, es ist noch nicht abschließend geklärt, ob das die Lösung ist. Die Rechtsprechung geht regelmäßig davon aus, dass kein Mangel sondern eine optische Beeinträchtigung vorliegt, es ist aber auf jeden Fall angeraten den Bauherrn vorher dahingehend zu beraten, dass ihm die Gefahr des Befalls klar ist. Hier gilt wie immer: wer schreibt der bleibt! Wenn man mit offenen Augen durch die Gegend geht sieht man, dass nicht nur WDVS mit Putz, sondern auch mit Flachklinkern und Riemchen befallen werden, sogar Verblendmauerwerk und Dächer, wenn das Haus schon unter Bäumen steht sind sowieso alle Versuche fruchtlos, der Biobefall ist einfach zu hoch. |
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