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Wodurch ist ein Uni Diplomand qualifizierter als FH? Ich habe einen Job im öffentlichen Bereich in Aussicht und habe mich dadurch erstmalig mit dem Thema Entgeltgruppen beschäftigt. Mein neuer AG möchte mich als 'Architekt in die EG9 einstufen, welche für FH/Bachelor-Abgänger vorgesehen sind. Uni Absolventen werden mit EG13 angegeben. Da bei diesem tollen System aber anscheinend nicht die Qualifizierung, sondern die Tätigkeit ausschlaggebend ist, versuche ich gerade Argumente für ein Uni-Diplom im Bereich Architekur versus einem FH-Abschluss zu formulieren. Ich befürchte nur, das in diesem Bereich (ausser der besseren praktischen Erfahrung als FHler) nicht viel für die Uni spricht. Oder fällt euch da etwas Eklatantes ein? Geht übrigens um Hochbau, also schon klassische Architektentätigkeit. |
AW: Wodurch ist ein Uni Diplomand qualifizierter als FH? Ich persönlich bin der Meinung, dass es bei der Bezahlung keinen Unterschied geben sollte. Schließlich haben auch einige Unis vom Diplom zum BA/ MA umgestellt. Ist also kein reines FH-Studium. Vielen bleibt ja nichts andres übrig als BA Architektur zu studieren...einfach weil kaum noch Diplomstudiengänge angeboten werden. Das war bei mir auch der Fall. An allen Unis, die für mich infrage kamen (hauptsächlich finanziell und örtlich bedingt), war auf BA umgestellt. Natürlich is der Studiengang anders aufgebaut.BA ist generell praktischer veranlagt als Diplom. Wie da der Unterschied zwischen FH, HS und Uni ist, weiß ich nicht. |
AW: Wodurch ist ein Uni Diplomand qualifizierter als FH? Wodurch ist ein Uni Diplomand qualifizierter als FH? Das habe ich mich ebenfalls schon oft gefragt. Da bei beiden Hochschulformen sich die Lehrinhalte hauptsächlich mit dem Entwerfen befassen, das Entwerfen aber wiederum nur ein kleiner Teil des gesamten Architektenjobs ist, gibt's es sicherlich beim Thema Qualifikation keinen angemessenen Grund für Unterschiede. Meine persönliche Meinung dazu ist, daß für den Architektenberuf (ohne Spezialisierung) eine vorangegangene Lehre im Bausektor sicherlich hilfreicher sein kann, wie ein allgemeines Abitur, welches nunmal für den Zugang zur Uni zwingend erforderlich ist. Warum man noch immer versucht die FHler bei öffentlichen Stellen zu deklassieren ist mir nicht einleuchtend. Auf dem freien Markt ist das glücklicherweise nicht so. |
AW: Wodurch ist ein Uni Diplomand qualifizierter als FH? naja FH Absolventen sind oft umfassender ausgebildet hehe. OK aber wenn du dich für eine Tätigkeit EG9 bewirbst, wirst du nicht mehr geld bekommen. |
AW: Wodurch ist ein Uni Diplomand qualifizierter als FH? Der ursprüngliche Unterschied zwischen Uni und FH lag in der Vermittlung der Inhalte (nicht der Inhalte an sich). Während die FH eher an ein festgelegtes Schulsystem orientiert war, sollte die Uni freiere Wege ermöglichen. Also auf der einen Seite Stundenplan und auf der anderen eigenverantwortliches Selbststudium. Mit diesem Hintergrund galt die FH als Vermittler der praktischen Anwendung und die Uni als Vermittler von theoretischem Wissen. An der FH werden also die Anwender von bestehendem Wissen ausgebildet, an der Uni die Forscher für neue Gedanken geformt. Als FHler sollte man also prinzipiell praktisch besser ausgebildet sein um sofort auf dem Arbeitsmarkt bestehen zu können, als Uniabsolvent ist man eher als Freidenker ausgebildet, der selbststädnig, kreativ und unabhängig neue Wege bestreiten kann. Das gilt natürlich nicht nur für die Architektur sondern alle Studienrichtungen. In wie weit dies immer in der Wirklichkeit funktioniert hat, sei mal da hin gestellt. Mit der Umstellung auf BA/MA hat sich das bestehende System eh verabschiedet. |
AW: Wodurch ist ein Uni Diplomand qualifizierter als FH? Ich denke, daß da ursprünglich mal was dran gewesen ist, nur ist das halt schon ziemlich lange her. Die FHs sind doch seit einiger Zeit wesentlich freier geworden bei der Vermittlung des Lehrstoffes, so daß in punkto eigenverantwortliches Lernen der große Unterschied nicht mehr begründet sein kann. In der Tat kann man beobachten, daß sehr viele Architekturtheoretiker (nicht negativ gemeint) und Lehrende ehemalige Uni-Absolventen sind, aber das lag bisher auch wohl daran, daß a) jährlich mehr Architekturabsolventen von einer Uni, als von den FHs kommen und b) solche Positionen i.d.R. Positionen bei öffentlichen Einrichtungen sind, bei welchen FHler in der Vergangenheit bekanntermaßen benachteiligt wurden. Grundsätzlich halte ich Vordenker, Theoretiker und Forscher für sehr wichtig, nur werden sie in einer viel geringeren Anzahl in der Gesellschaft gebraucht, wie die Gestalter und Praktiker. Auf einen Komponisten (Vordenker) kommt schließlich auch mindestens ein Orchester (Planer, Ausführende). Ich hoffe, daß durch die BA/MA-Regelung die veralteten Regularien im öffentlichen Dienst bald endültig der Vergangenheit angehören. |
AW: Wodurch ist ein Uni Diplomand qualifizierter als FH? Der Unterschied in der Lehre ist - meiner Meinung nach - so wie bastelheld ihn beschreibt immer noch vorhanden. An der Uni wird weniger anwendungsorientiertes, sondern mehr theoretisches Wissen vermittelt. Praxisbezogene Inhalte wie LBauO oder VOB sind im Vordiplom kein Thema, und werden im Vergleich zur FH weniger gewichtet. Prinzipiell ist es an der Uni schon so, dass die theoretische, hinterfragende Denkweise gefordert wird. Bezüglich Anzahl der Absolventen ist es richtig, dass es mehr Studenten pro Semester an den Unis gibt, jedoch gibt es wesentlich mehr FHs als Unis (1998 mit ZVS-Bewerbung gab es ca. 8-10 Unis), sodass die Gesamtzahl der FH-Absolventen wohl grösser sein dürfte. |
AW: Wodurch ist ein Uni Diplomand qualifizierter als FH? Zitat:
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AW: Wodurch ist ein Uni Diplomand qualifizierter als FH? Dann schau Dir mal z.B. die Lehrinhalte im Fach Raumgestaltung an. Wie viele Entwürfe bzw. wie viele Semester hast Du dieses Fach an der FH? In der Regel ist das ein Kurs mit 1 Semester Vorlesung und 1 Semester Entwurf, oder? |
AW: Wodurch ist ein Uni Diplomand qualifizierter als FH? weiß ich nicht mehr - ist auch egal, hat nämlich nichts mit "theoretischer, hinterfragender denkweise" zu tun. |
AW: Wodurch ist ein Uni Diplomand qualifizierter als FH? Wo wird denn noch mehr eine theoretisch - intellektuelle Methodik angewendet als bei einem Entwurf im Fach Raumgestaltung? |
AW: Wodurch ist ein Uni Diplomand qualifizierter als FH? In Architektursoziologie ? Ok tut mir leid, ich verbinde mit "theoretisch - hinterfragende Denkweise" einige konstruiert-ignorante Entwürfe von Unis, die leider beim Hinterfragen vor sich selber halt gemacht haben. Wenn du meine Erfahrungen gemacht hättest, würdest du mich hoffentlich verstehen hehe. |
AW: Wodurch ist ein Uni Diplomand qualifizierter als FH? Sehr anregende Diskussion über "theoretisch" und "hinterfragend"! Ich würde das Thema gern erweitern. Wir haben hier Semester, von denen 90 % eine abgeschlossene Ausbildung hinter sich haben. Und wir haben ganz frisch einen dualen Studiengang "Baubetriebswirtschaft" aufgelegt. Da bekommt das Hinterfragen von Seiten der Studierenden eine ganz andere Note. Die Lehrenden werden praktisch gefordert und es geht nicht nur um gedankliche Spielwiesen, auf die man die Studis schickt. War nur mal so'n zusätzlicher Aspekt für die Debatte! |
AW: Wodurch ist ein Uni Diplomand qualifizierter als FH? Zitat:
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AW: Wodurch ist ein Uni Diplomand qualifizierter als FH? Zitat:
An der TU Berlin waren das zu meiner Studienzeit: 1. bis 4. Semester durchgehend Entwurfslehere. Die Anzahl der Entwürfe war Lehrstuhlabhängig, aber mind. ein großer Entwurf oder mehrer kleine pro Semester. Im Hauptstudium mußten 5 Entwürfe (ohne Diplomarbeit) gemacht werden. Das ist in allen Unis ähnlich und mehr als in jeder FH! |
AW: Wodurch ist ein Uni Diplomand qualifizierter als FH? Zitat:
5 Hochbauentwürfe und zusatzlich noch Innenausbau, Stadtebau, Industriebau etc. Ich will hier allerdings kein Sparring veranstalten, ich fand die Aussage nur ziemlich, sagen wir mal "unreflektiert". |
AW: Wodurch ist ein Uni Diplomand qualifizierter als FH? Zitat:
Die genannten mit einbezogen. Wenn ich mich nämlich richtig erinnere, gab es Pflichtthemenbereiche, die man zumindest 1x belegen mußte - z.B. Städtebau, aber man konnte auch seinen Schwerpunkt darauf legen und z.B. zwei Städtebauentwürfe und dafür einen Hochbauentwurf weniger machen. Glaube ich... |
AW: Wodurch ist ein Uni Diplomand qualifizierter als FH? OK wir hatten an der FH i, Hauptstudium 2x Städtebau 2x Innenausbau 2x Konstruktiv 2x Hochbau Entwurf 2-3x Stehgreif +Diplom (Alle Angaben ohne Gewähr, da schon etwas länger her) 1-2 konnte man auch mal mit einem kleinerem Entwurf abhaken. |
AW: Wodurch ist ein Uni Diplomand qualifizierter als FH? das wären ja 9 Semester Hauptstudium?! |
AW: Wodurch ist ein Uni Diplomand qualifizierter als FH? Zitat:
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AW: Wodurch ist ein Uni Diplomand qualifizierter als FH? Zitat:
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AW: Wodurch ist ein Uni Diplomand qualifizierter als FH? Zitat:
da es aber hunderte von FHs gibt, ist es jetzt müssig, darüber zu diskutieren, welche wie im Einzelnen das Fach Raumgestaltung behandelt. Aus meiner persönlichen Erfahrung ist es einfach so, dass die Uni mehr Ausrichtung auf die Vertiefung im Fach Entwurf legt als die FH. |
AW: Wodurch ist ein Uni Diplomand qualifizierter als FH? Zitat:
Das Ganze war auch ein Exzess der auf betreiben einzelner Professoren betrieben wurde, und mittlerweile soweit mir bekannt ist nicht mehr existiert. @ Noone Fragt sich nur, von welcher Studienordnung du redest? Der Satz "Aus meiner persönlichen Erfahrung ist es einfach so, dass die Uni mehr Ausrichtung auf die Vertiefung im Fach Entwurf legt als die FH." hört sich auch schon ganz anders an. Wenn Du behauptest, das an der Fh in der Regel nur ein Entwurf gemacht wird und ein Semester Raumgestaltung, solltest Du schon ein paar Fakten haben. Das Thema jetzt auch nicht am Fach Raumgestaltung festmachen. Das Entwurf nicht gleich nicht Entwurf ist ist klar, aber ich kenne auch von der TU Fälle, wo einfach ein Entwurf von 2 Studenten, einfach bei 2 unterschiedlichen Professoren abgegeben wurde. |
AW: Wodurch ist ein Uni Diplomand qualifizierter als FH? Zitat:
1) Die Fächer an der FH werden kombiniert, die Studienordnung sieht viele Abgaben, Prüfungen und Seminare parallel pro Semester vor. Dies ist an der Uni natürlich auch so, jedoch sind an der FH viele Fächer oberflächlicher behandelt. An der Uni sind Fächer oft mit Seminaren und Aufgaben vertieft, die an der FH lediglich aus Vorlesung und Prüfung bestehen. 2) an der FH macht man 2 Entwürfe + 1 Entwurf mit Vertiefung. Dies sind insgesamt 3 Entwürfe. An der Uni hatten wir im Fach "Baukonstruktion und Entwerfen" (das war das Entwurfsfach) pro Semester 1 Entwurf, zusammen waren dies wesentlich mehr als die 3 an der FH geforderten. Der Entwurf+Vertiefung hiess bei uns Konstruktiver Entwurf und ging über 2 Semester (auch hier ist an der FH nur 1 Semester angesetzt). 3) an der FH hat man ca. 4-5 Stegreife abzuleisten. An der Uni hatten wir diese als Seminar begleitend zu den Entwurfsaufgaben, und zwar diese 4-5 pro Semester allein im Fach "Konstruktion und Entwerfen". Hinzu kamen zahlreiche Stegreife in anderen Fächern. 4) die Fächer wie Raumgestaltung wurden mit Workshops, Stegreifen und Entwurfsaufgaben vertieft. Dies ist an der FH nicht in diesem Umfang der Fall. - Damit will ich Dir aufzeigen, dass an der Uni sehr wohl der Entwurf anders gewichtet wird als an der FH. - Dafür vermittelt die FH umfangreich praktische Aspekte des Berufs, die an der Uni ausgeblendet sind. (deshalb auch das umfangreiche Praxissemester) - Deshalb sind FH Absolventen auch direkt als Absolventen im Vergleich zu Uni-Absolventen relativ vielseitig im Beruf einsetzbar. Zitat:
Unregelmässigkeiten an Hochschulen gibt es des öfteren, sie sollten aber nicht als Argumentationsbasis für oder gegen Lehrinhalte benutzt werden. |
AW: Wodurch ist ein Uni Diplomand qualifizierter als FH? Zitat:
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AW: Wodurch ist ein Uni Diplomand qualifizierter als FH? Könne wir uns auf den Satz: "Im Allgemeinen wird an den Universitäten die Ausrichtung mehr auf die Vertiefung im Fach Entwurf gelegt." einigen? |
AW: Wodurch ist ein Uni Diplomand qualifizierter als FH? Zitat:
Mein Hauptstudium an der FH (ohne Diplomarbeit): 3 x Hochbauentwurf + 1 x baukonstruktive Vertiefung 1 x großer Städtebauentwurf + 1 x kleiner Städtebauentwurf (eigener Schein mit anderer Aufgabe) 1 x Innenausbauentwurf dazu kommen mind. 3 Stegreife + Städtebaustegreif, 1x Durchplanung Entwurf komplett mit Haustechnik (Elektro, Heizung, Sanitär) und natürlich das ganze Rahmenprogramm (Vorlesungen, Klausuren, Exkursionen, kleinere Aufgaben). Also ich komm auch auf 5 große Entwürfe, trotz FH. Allerdings auch auf 14 Studiensemester einschl. 4 Semestern Grundstudium, davon aber 2 volle Semester pausiert/gearbeitet. :D Durchschnittliche Semesterzahl (bis Diplom) lag damals bei 13,5 Semestern. Von wegen 8 Semester Regelstudienzeit. Das war nicht zu schaffen und wurde auch von den Professoren unmißverständlich abgelehnt. Ein Kommolitone hat es in 9 Semestern geschafft, weil er bereits vor dem Vordiplom, parallel zum Grundstudium, zwei Entwürfe aus dem Hauptstudium bearbeitet hat. Das war die absolute Ausnahme. Dafür gab's auch Studenten mit 24 Semestern. Man kann davon ausgehen, daß der Durchschnitt in meinem Semester an der Uni sicherlich genauso schnell fertig gewesen wäre und der Umfang der Lehrinhalte dort kaum größer gewesen sein kann. Das war allerdings damals der absolute Höhepunkt des Lehrprogramms an der FH. Danach wurde das Studium durch eine neue Studienordnung gestrafft und etwas zusammengestrichen. Seit 3-4 Jahren gibt es einen größeren Anteil von Studenten, die nach 8-9 Semestern ihr Diplom machen. |
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