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timtonnendach: Offline
![]() Beitrag Datum: 17.12.2009 Uhrzeit: 11:56 ID: 36809 | Social Bookmarks: So sieht es leider aus - leider sind meiner Meinung nach die einzigen Möglichkeiten richtig Geld zu verdienen, sich entweder bei einer Behörde einzunisten oder so schnell wie möglich einen BWL-Weg einzuschlagen (ich kenne nämlich eine ganze Menge Kommilitonen, die nach dem Studium noch etwas BWL-mäßiges gemacht haben und dadurch doch recht einfach bessere Gehälter bekommen - dafür sind die natürlich auch weiter von der Architektur weg)... Zudem meine ich, dass gerade die besten Entwerfer, die ich kenne (zumindest die, bei denen der Entwurf ohne technisches Interesse ablief und die dafür dann die preisgekrönten Entwürfe bastelten) jetzt in der Regel in schicken Büros Wettbewerbe machen, dabei einen Hungerlohn - vor allem gemessen an der Anzahl der Überstunden - verdienen und sich einer riesigen Konkurrenz von unverbrauchten nachrückenden Absolventen ausgesetzt sehen und dass es von denen dann ja auch nur ein Bruchteil schafft, in eine leitende oder entwurfsbestimmende Position zu kommen, in der man dann ausreichend Geld verdient und sich vor allem eine Zukunft sichern kann! Leider macht der Beruf trotz des ganzen Ärgers immernoch sehr viel Spaß ![]() Liebe Grüße aus den Niederlanden Timtonnendach |
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noone: Offline
![]() ![]() ![]() ![]() Beitrag Datum: 17.12.2009 Uhrzeit: 13:30 ID: 36811 | Social Bookmarks: Aha - wie soll denn ein Bürojob ohne Orga/Ablage und Telefonieren aussehen??? Zum Thema: wie ich bereits gesagt habe, kann man Gehälter einfach nicht pauschalisieren, sondern muss sie immer im Zusammenhang des generierten Umsatzes analysieren. Wer Geld verdienen will, kann das auch in der Baubranche - der muss halt in die Projektsteuerung bzw. -entwicklung. Dort sind gute Gehälter die Regel und nicht die Ausnahme. Wer Planen will, muss mit dem Übel der unbezahlten Überstunden zurechtkommen. Es ist leider so, dass man nicht für eine Entwurfsaufgabe, die ein relativ knappes Budget generiert, hunderte von Arbeitsstunden bezahlt bekommt, nur weil man irgendwo noch über Flächenbündigkeit und Sichtbezüge überlegt. Wer herausragende Architektur machen will, muss hart dafür arbeiten, sprich unbezahlte Überstunden. Wer lukrative Architektur machen will, der muss in kürzester Zeit rational-wirtschaftlich entwerfen. Dass durch die verschobene Schwerpunkte dadurch keine herrausragende Architektur entstehen kann, muss in Kauf genommen werden. Wer sich mit 1.500 Brutto im Büro arbeitet, sollte sich schleunigst um einen neuen Job bewerben. Solche Gehälter muss man, wenn man normal Kompetent und talentiert ist, nur im ersten Jahr als Absolvent hinnehmen. Bei dem populären Beispiel der BWL sollte man dann auch mal jemanden der bei LIDL arbeitet mit einem Banker vergleichen. Kann die Diskussion durchaus nachvollziehen, man sollte aber trotzdem vermeiden, persönlichen Frust über die eigene Stelle in die Berufsbeschreibung einzubeziehen. Ich selbst habe durch die Arbeit (habe bisher in 8 Unternehmen (inkl. Praktika) gearbeitet) gemerkt, dass die Jobs je nach Unternehmen in allen Punkten von Bezahlung bis Aufgaben sehr stark variieren. Heute würde ich bei einer Bewerbung viel stärker auf die Arbeitsweise bzw. die Aufgabenbereiche im Büro achten. Gerade in der Architektur muss man relativ gut zum Büro passen, ansonsten wird man keine Freude an der Stelle haben. |
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Hochschule/AG: Architekt ![]() ![]() ![]() ![]() Beitrag Datum: 17.12.2009 Uhrzeit: 13:44 ID: 36812 | Social Bookmarks: sorry, Smilie vergessen! Mein augenzwinkernder Hinweis ging in die Richtung, dass viele Leute sich vielleicht ein falsches Bild vom Architektenberuf machen. Ich, als selbständiger Architekt in kleinem Büro, komme so gut wie nie dazu irgendwie kreativ (im Sinne des Verständnisses von Kreativität der Diskutierenden hier) zu arbeiten. Die Abwicklung eines Bauprojektes beinhaltet sehr viel mehr administrative Tätigkeiten als 8b-Aktionen... ![]() |
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![]() ![]() Beitrag Datum: 17.12.2009 Uhrzeit: 14:02 ID: 36816 | Social Bookmarks: Zitat:
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Hochschule/AG: Architekt ![]() ![]() ![]() ![]() Beitrag Datum: 17.12.2009 Uhrzeit: 14:43 ID: 36817 | Social Bookmarks: Für einen selbständigen Architekten in kleinem Büro gibt es keine Zeit nach der Arbeit ![]() |
Social Bookmarks: Zitat:
Mag sein, daß es noch reine Entwurfsarbeitsplätze gibt, aber in meinen Augen gehört deutlich mehr zum Architekten und zur Architektur. Leider wird das manchen Leuten viel zu spät gesagt. Wie Kieler schon angedeutet hat, ist die Kreativität in punkto Gestaltung im Job doch relativ begrenzt. Es gibt sie, aber immer nur in gewissen Phasen, zumindest wenn man sich auch selbst um die Umsetzung kümmert und nicht anderen den "schwierigen" Teil überläßt. Kreativität in Umgang mit täglichen Problemen, Baumängel, Verordnungen, Büroorganisation und Finanzen ist hingegen das, wo ein Architekt sich wirklich fit machen muß. Will aber sicher niemand hören, der vor der Entscheidung steht einen kreativen Beruf zu erlernen. | ||
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timtonnendach: Offline
![]() Beitrag Datum: 17.12.2009 Uhrzeit: 19:33 ID: 36820 | Social Bookmarks: Zitat:
mir tut das auch nicht Leid - eigentlich fand ich das schon im Studium furchtbar, wenn jemand sich kein Stück für das eigentliche bauen interessierte (von Kosten über Statik bis zur Werkplanung, die ich eigentlich für einen der interessantesten und am Ende auch für das Endergebnis am wichtigsten seienden Aspekte des Bauens halte). Naja, jeder wie es ihn glücklich macht - ich bin eigentlich ganz froh, dass man nicht nur kreativ sein muss! Immerhin sind wir ja Diplom-Ingenieure! ![]() Mit freundlichen Grüßen Timtonnendach | |
ehem. Benutzer Registriert seit: 05.12.2009
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June: Offline
Ort: Nürnberg ![]() Beitrag Datum: 25.12.2009 Uhrzeit: 22:23 ID: 36881 | Social Bookmarks: ich bin auch am überlegen ob ich architektur studieren soll und ich habe schon sehr viele diskussionen durchgelesen. bei den meisten anmerkungen habe ich mir gedacht, das sind dinge die ich mir aneignen kann oder dinge die mir sogar schon liegen. auch sie rarität gut bezahlter jobs ist mir bewusst. doch leute ihr habts geschafft mir richtig richtig richtig muffensausen zu machen. das klingt alles so unglaublich pessimistisch. gibt es auch sachen weswegen ihr es auf jeden fall empfehlen würdet architektur zu studieren? lg, June |
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Tobias: Offline
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Hochschule/AG: Projektentwickler / Architekt ![]() Beitrag Datum: 29.12.2009 Uhrzeit: 11:44 ID: 36907 | Social Bookmarks: Hallo June, was du auf jeden Fall nicht machen solltest, dir deine Meinung ausschließlich in Internetforen zu bilden. Egal in welchen Foren man sich tummelt, die Zahl der Pessimisten und Miesmacher ist hier in der Regel höher als die der Optimisten. Wem es gut geht, schreibt darüber nichts in Foren, vor allem wer unzufrieden ist und Verstädnis sucht, nutzt diese Medien. Natürlich gibt es auch eine Vielzahl von positiven Aspekten, weswegen man Architektur studieren sollte. Nicht ohne Grund tun dies heute immer noch sehr viele. Klassische Arbeit als Architekt findet man zwar, jedoch ist hier die Entwicklungsmöglichkeit und die Verdienstmöglichkeit nicht die Beste. Natürlich macht es Spaß, ein Bauwerk vom ersten Federstrich bis zur Übergabe an den Bauherren zu begleiten, jedoch ist das Berufsfeld des Architekten heute viel größer. Es gibt Gutachter, die sich im Bereich der Bauschäden ihr Brpt verdienen. Projektentwickler treiben große Projekte voran und kümmern sich mehr um die wirtschaftlichen und kaufmännischen Aspekte, ein ehem. Studienkollege entwirft mittlerweile die Umgebung und Gebäude in PC-Spielen, usw. Das Studium der Architektur bietet dir nach Abschluß eine recht breite Palette und Arbeitsgebieten, wie ich die nur aus dem Bereich BWL und VWL kenne. Die Grundqualifikation eines zukünftigen Architekten solltest du auf jeden Fall haben, und dazu gehören u.a. dreidimensionales Vorstellungsvermögen, Durchsetzungs- und Überzeugungskraft, zeichnerisches und künstlerisches Geschick, mathematisches Verständnis usw. |
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![]() ![]() Beitrag Datum: 29.12.2009 Uhrzeit: 12:34 ID: 36909 | Social Bookmarks: Zitat:
Aber in diesem Forum sind ja nach meinen Erfahrungen genügend Optimisten am Start ![]() | |
ehem. Benutzer Registriert seit: 05.12.2009
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June: Offline
Ort: Nürnberg ![]() Beitrag Datum: 30.12.2009 Uhrzeit: 15:33 ID: 36929 | Social Bookmarks: Ok...das klingt doch schon mal gar nicht so schlecht... Ich werde auf jeden fall erst mal ein paar praktika machen um mich mehr zu informieren. ich hätte da aber noch eine frage: Wie schwer ist es sich als architekt (vorallem architektIN) erfolgreich selbstständig zu machen? sind frauen da sehr benachteiligt? Lg, June |
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schwungrad: Offline
![]() Beitrag Datum: 24.01.2010 Uhrzeit: 02:15 ID: 37304 | Social Bookmarks: Ich persönlich halte Architektur für das schönste Studium überhaupt, egal ob an der Uni oder im Beruf. Insofern lohnt es sich für mich in jedem Fall. |
Social Bookmarks: Studierst Du denn noch oder hast Du schon Diplom und Job? | |
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m0rti_one: Offline
![]() Beitrag Datum: 24.01.2010 Uhrzeit: 13:24 ID: 37310 | Social Bookmarks: Also ich find die Geschichte vom "leipziger" ja auch total traurig aber ich frag mich wer genau ih gezwungen hat das alles so mitzumachen.... selbst Schuld woll. |
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![]() ![]() Beitrag Datum: 24.01.2010 Uhrzeit: 19:48 ID: 37319 | Social Bookmarks: Ich würd mal sagen, der Beruf zwingt einen, das alles mitzumachen. Denke mal, 95% der Architekten können leipzigers Bericht so voll unterschreiben. |
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